Wollfett, fachlich Lanolin genannt, ist ein natürliches Fett, das von den Talgdrüsen der Schafhaut abgesondert wird und die Wollfasern umhüllt. Es macht die Wolle wasserabweisend und schützt sie vor Witterung – ein Grund, warum unbehandelte Wolle draußen deutlich länger trocken bleibt als man erwarten würde.
Beim Waschen der Rohwolle wird das Lanolin größtenteils herausgelöst und lässt sich auffangen und weiterverwenden: In gereinigter Form ist es ein begehrter Rohstoff für Kosmetik, Hautpflegeprodukte und Salben, da es der menschlichen Hautfettschicht chemisch sehr ähnlich ist und gut hautverträglich wirkt.
Der Lanolingehalt schwankt stark je nach Rasse – Merinoschafe produzieren vergleichsweise viel Wollfett, was ihre Wolle einerseits besonders geschmeidig macht, andererseits beim Waschen einen höheren Gewichtsverlust bedeutet.